Brunnen ist ein geschlossenes Dorf
VON BEAT KRAUSHAAR
BRUNNEN SZ. «Klein-Guantánamo» nennen die Einwohner das Gelände beim Sportplatz scherzhaft.
Wer zur 1.-August-Feier aufs Rütli will, muss erst die Ticketkontrollstelle passieren (im BLICK). Alles ist mit Gittern abgeriegelt. Viele erinnert das an das berüchtigte US-Gefangenenlager.
Im Innern der Kontrollstelle: Zwei Gitterschleusen enden in Militärzelten. Dort wird mit Gesichts- und Gepäckskontrollen nach Rechtsextremen gefahndet. Wer diese «hohlen Gassen» nicht passiert, kommt nicht aufs Rütli. Nicht nur beim Sportplatz hat die Polizei alles dichtgemacht. Brunnen ist eine geschlossene Stadt.
· Polizeieinheiten aus praktisch allen Kantonen sind anwesend – insgesamt mehrere hundert Mann.
· Auf allen Zufahrtswegen zu Land und Wasser gibt es Vorkontrollen.
· Der Bahnhof Brunnen wird hermetisch abgeriegelt. Ebenso der Dorfkern.
· An strategischen Punkten stehen Wasserwerfer.
· Der Superpuma-Heli mit Wärmebildkamera wird diverse Einsätze fliegen.
«Wir sind vorbereitet. Ich kann Rechten und Linken nur raten, nicht nach Brunnen zu kommen», sagt FDP-Regierungsratspräsident Alois Christen bestimmt. Und falls doch, sollten sie sich nicht zu Gruppen zusammenrotten. «Wir haben sonst für sie eine böse Überraschung in der Hinterhand», droht Christen.
Auch die Rütli-Kommission hat eine Überraschung im Köcher: In Ausnahmefällen gibts am 1. August noch Tickets fürs Rütli. Einzige Bedingung: Die Interessenten dürfen garantiert keine Rechtsextremen sein.